Neue Bhne Bruck
Meister Eder und sein Pumuckl
von Ellis Kaut
(Premiere: November 2011)

Der Meister Eder versteht die Welt nicht mehr. Was ist nur los in seiner Schreinerei? Werkzeuge liegen am falschen Platz, die Schlüssel verschwinden ständig und auch seine Brille kann er nicht mehr finden! Meister Eder kann ja nicht ahnen, dass ein unsichtbarer Kobold namens Pumuckl in seiner Werkstatt sein Unwesen treibt. Bis der Pumuckl an einem Leimtopf hängen bleibt und für den Schreinermeister sichtbar wird.

Von nun an muss der Pumuckl für immer beim Meister Eder bleiben und bringt diesen mit seinen Streichen ganz schön durcheinander. Doch kaum hat er sein Zuhause bei Meister Eder gefunden, kommt dessen Nichte Bärbel zu Besuch. Pumuckl ist eifersüchtig und möchte den Störenfried erst ganz schnell wieder loswerden, aber dann stellt er fest, dass Kobolde und Kinder doch ganz gut zusammen passen.

Für kleine und große Kinder ab 4 Jahren

mit Judith Gebele, Andreas Harwath, Ellen Kiessling-Kretz, Monika Ostermeier, Barthl Sailer

Regie: Andreas Harwath



Fürstenfeldbrucker SZ vom 08.12.2011:

Dem Kobold-Wahn verfallen

Neue Bühne Bruck bietet mit "Meister Eder und sein Pumuckl" eine gelungene Alternative zu Kindheitserinnerungen

(...) Mit dem Kindertheater "Meister Eder und sein Pumuckl" kommt jene alte Kobold-Erzählung derzeit wieder auf die Bühne. Hier gibt es zwar keinen Ur-Eder und streng genommen sogar ein Kobold-Mädchen, aber das bringt der liebevollen Inszenierung keinen Nachteil. Vorzeige-Bayer Barthl Sailer mimt den sympathischen Schreinermeister fast so authentisch wie das Original (…) Mit Judith Gebele als Pumuckl hat man einen wahren Coup gelandet: Kaum größer als die stets kichernden Zwerge im Publikum, hüpft sie mit feuerroter Perücke und klassischer Grün-Gelb-Kombination erfrischend quirlig durch die aufwendige Werkstatt-Kulisse und wirkt dabei wie ein hyperaktives Kind, das seine Bonbons mit Aufputschpillen verwechselt hat.
Das erste Zusammentreffen der beiden Titelhelden entpuppt sich als raffinierte Karambolage von Spezialeffekten. Da fallen die Holzscheite zu Boden, und die Gardinen öffnen und schließen sich wie von Zauberhand. Das ist echter Spuk in der Werkstatt, der bekanntermaßen damit endet, dass der kleine Kobold am Leimtopf hängen bleibt und somit zu Eders neuem Dauergast wird. Köstlich sind die absurden Analysen von Nervenarzt Gernheim, der die Pumuckl-Halluzinationen des Schreiners als Folge von Schuldgefühlen wegen des beabsichtigten Tötens einer Maus enttarnt. Gernheim-Darstellerin Ellen Kiessling-Kretz überzeugt auch als schrille Kundin Steinhauser, die mit wunderbar plumpen Annäherungsversuchen zum Fremdschämen animiert, und als Eders Schwägerin Annie, die der Werkstatt mit Töchterchen Bärbel, entzückend kindlich-naiv gespielt von Monika Ostermeier, einen Besuch abstattet.
Glänzenden Zuwachs bekommt die Gruppe durch Andreas Harwath, der sich für die Rolle von Eders bestem Freund Schorsch Schmitt vom Regiestuhl erhoben hat. Herrlich ist sein beinahe hysterischer Auftritt, als der zuvor ungläubige Schmitt selbst beginnt, dem vermeintlichen Kobold-Wahn zu verfallen.(…)
Bei aller Mimenkunst dürfen jedoch auch Pumuckls stets falsche Reime und Wortneuschöpfungen nicht fehlen. So wandelt dieser Zwangsvorstellungen und Neurosen zu Zwickvorstellungen in Hosen und zieht dabei solch lebhafte Grimassen, dass man den Eindruck hat, Judith Gebeles Gesicht sei aus Modelliermasse gefertigt.
Wenn beim Finale noch einmal alle Charaktere zusammenkommen, geht es drunter und drüber. Der Schuh ist weg, die Fahrkarten auch. Ein aufgebrachter Pumuckl veranstaltet sein übliches Chaos, und draußen hupt auch noch das Taxi. Fest steht: Man kann die Originale nicht ersetzen. Aber die Neue Bühne Bruck bietet eine gelungene Alternative.
Valentina Finger

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