Neue Bhne Bruck
Wer zahlt's?
Eine No-Budget-Revue
(Premiere: September 2011)

Geld macht nicht glücklich? Blödsinn! Natürlich macht es das. Und wie! Es regiert die Welt. Es vermehrt sich durch faules Auf-der-Bank-Liegen. Und alle sind hinter ihm her. Wer kann das schon von sich sagen?

Über Geld spricht man nicht? Von wegen! Man kann nicht nur darüber sprechen, man kann sogar darüber singen. Wir machen es Ihnen vor.

Also zögern Sie nicht – denn auch Zeit ist Geld! Wir bieten unbezahlbare Ratschläge rund um Heller und Pfennig, um Zaster und Kies, Mäuse, Kohle, Knete und Moneten. Und ein paar billige Gags gibt’s gratis dazu.

Da wird das Eintrittsgeld zur Kapitalanlage! Kommen Sie – hören Sie – schauen Sie – und vor allem:
ZAHLEN SIE!!!

mit Andreas Harwath, Kerstin Krefft, Harald Molocher und Christina Schmiedel

Bühnenfotos: Herbert Thiess



Fürstenfeldbrucker Tagblatt vom 05.10.2011:

Moneten-Revue ist jeden Euro wert

Unterhaltung vom Feinsten bietet die Neue Bühne Bruck mit ihrer Revue „Wer zahlt’s?“. Mit frenetischem Beifall bedankte sich das Premierenpublikum für eineinhalb Stunden Kabarett, Lyrik, Gesang und Schauspiel rund ums Geld.

In einer perfekt dosierten Mischung geht es mal lustig, mal schmissig, mal kritisch und mal nachdenklich zu. Sowohl die als Probe für die Premiere geschickt verpackte Inszenierung als auch die vier herausragenden Darsteller beweisen, dass sie mit diesem Stück auch auf jeder Großstadtbühne Erfolge feiern könnten.

Christina Schmiedel besticht durch ihre hervorragende Stimme sowie die enorme Wandlungsfähigkeit in ihren Rollen und Ausdruckskraft ihres Gesichts. Genial komisch ist sie als Erpresserin mit zerzausten Haaren und einem Schal vor Mund und Nase. (...) Die überzogene, exaltierte Schauspielerin nimmt man ihr genauso ab wie den Richter mit Trachtenjacke und großer Hornbrille.
Harald Molocher gibt in der Rahmenhandlung - ganz wie im wirklichen Leben - den Theaterchef. Allerdings einen mit Geldsorgen, da er sich beim Abschluss des Leasingvertrags für die Lichtanlage der Bühne übers Ohr hat hauen lassen. Wunderbar ausdrucksstark sorgt er mit seinen Gedichtvorträgen für die besinnlichen Momente.(...)

Besonders die Interpretationen bekannter Lieder rund um das liebe Geld begeistern das Publikum. Gerade da zeigt auch Andreas Harwath seine große Klasse. Herrlich ist sein deutsch-lateinischer Gebetsgesang (...)

Bestechend zeigt sich auch Kerstin Krefft, die ein wahres Talent für Dialekte beweist. In ihrem Chanson „Ein Groschen liegt auf meiner Ehre“ berlinert sie ebenso herrlich wie sie sich auf Norddeutsch über die finanziellen Auswirkungen eines Snacks am Matthias Rust-Airport interviewen lässt. Gedanken über die Finanzkrise trägt sie in einem intelligenten und sprachlich feinsinnigen Text vor.(...)
Tina Rodermund-Vogl


Brucker SZ vom 07.10.2011:

Bloß nicht knausern

In der No Budget-Revue "Wer zahlt's?" an der Neuen Bühne wird an allem gespart außer an Witz und Phantasie

Keinen müden Cent, dafür einen ganzen Haufen witziger Einfälle und Ideen - schon ist ein rundum wunderbarer Theaterabend entstanden. Eigentlich dürfte man die Neue Bühne Bruck für ihre No-Budget-Revue "Wer zahlt's?" gar nicht so über den Schellenkönig loben, sonst heißt es bei den Kulturförderern womöglich noch "Na, geht doch" und aus wär's mit den Zuschüssen. Selbst auf die Gefahr hin, dass es so kommen könnte, bleiben wir dabei: Unbedingt hingehen, genießen, alle Geldnöte vergessen und sich von der ausufernden Spielfreude der Darsteller anstecken lassen. (...)

Es ist wirklich unglaublich, welche Fülle an Material Kerstin Krefft und Andreas Harwath, die beiden Revue-Spezialisten an der Neuen Bühne, in nur einer Woche zum Thema Geld ausgegraben haben. Die bemerkenswerte Auswahl an kleinen Sketchen, Liedern, Text- und Kabarettnummern haben sie geschickt zu einem kunterbunten Mix aufbereitet. Bei aller Leichtigkeit driftet der Abend in dem kleinen Fürstenfeldbrucker Privattheater aber nie in Klamauk ab, einige nachdenkliche Momente sind dazu noch ganz bewußt als Akzente gesetzt.(...)

Das Inventar ist mehr als spärlich, aber umso mehr kommen die vier Darsteller zur Geltung. Christina Schmiedel, egal ob sie die zickige Diva, bettelnde Al-Qaida-Witwe, Femme fatale oder Reporterin spielt, jede Rolle ist ein Genuss für den Zuschauer. Sie kann singen, sie sprüht vor Temperament und Energie und beweist sogar noch sportliche Qualitäten, wenn sie voller Lebensfreude wie ein Flummi über die Bühne hüpft. Kerstin Krefft kriegt die abgeklärte Neureiche ebenso bezaubernd hin wie das Kinderlied einer Berliner Göre oder den Geschäftsführer von der Waterkant, der die Abzockgastronomie in der Abflughalle des Airports fest im Griff hat. Mit ihrem pointiert seriösen Vortrag wird der Text über die derzeitige Finanzkrise zum absurden Showdown.

Musikalischer Deh- und Angelpunkt der Revue aber ist Andreas Harwath am Klavier und mit Ziehharmonika. Und wenn's denn sein muss, steckt er sich noch eine Faschingströte in den Mund. Das kostet praktisch nichts und klingt, na ja, fast wie ein Saxofon. Harald Molocher, der Leiter der Neuen Bühne Bruck, hat sich in letzter Zeit ein wenig rar gemacht. In "Wer zahlt's?" steht er wieder einmal mit auf der Bühne, und es ist ein großes Vergnügen, ihm beim Spielen zuzusehen. Ob als Einfaltspinsel zwischen dem superschlauen neureichen Ehepaar, das auf Heller und Pennig ausrechnet, was das Leben und seine Annehmlichkeit pro Stunde kostet, oder als bauernschlauer Kassenentleerer, der sich vor Gericht verteidigt.

So phantasievoll und unterhaltsam kommt das leidige Thema Geld in diesem Selfmade-Stück rüber, dass man darüber letztendlich vergisst, wie viel Kohle man eigentlich selbst noch in der Tasche hat. Sicher, nach diesem Abend sind es ein paar Euro weniger, aber der Unterhaltungswert wiegt das Defizit auf der Habenseite locker auf.

Edith Schmied

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