Neue Bhne Bruck
Misery
von Simon Moore
nach dem gleichnamigen Roman von Stephen King

(Premiere: Februar 2011)

Bestsellerautor Paul Sheldon ist seiner Romanheldin überdrüssig geworden. Gerade hat er den letzten Band seiner berühmten Roman-Reihe „Misery“ veröffentlicht, in dem er die Titelfigur sterben lässt. Auf dem Weg zu seiner Hütte in Colorado verunglückt er in einem Schneesturm und wird von der Krankenschwester Annie Wilkes gerettet.

Annie entpuppt sich als glühender Misery-Fan und pflegt ihren Lieblingsautor aufopferungsvoll – bis sie den neuen Roman liest. Außer sich vor Zorn über den Tod ihrer Heldin, zwingt Annie den schwer verletzten Paul mit brutaler Gewalt, eine neue Version nur für sie zu schreiben. Paul begreift, dass er in die Fänge einer gefährlichen Psychopathin geraten ist – und schreibt um sein Leben ...

mit Salvadore Glaser, Sabine Hannig und Alexander Schmiedel

Regie: Andreas Harwath

Bühnenfotos: Herbert Thiess

Dauer: ca. 120 Minuten zzgl. 20 Minuten Pause


Fürstenfeldbrucker Tagblatt vom 22.02.2011:

Psychokrimi mit Gänsehaut-Garantie

Mit einer großartigen Inszenierung von "Misery" nach Stephen Kings Horror-Roman beweist die Neue Bühne Bruck ihre Qualität und Vielschichtigkeit. Das Stück über einen Schriftsteller, der von einer psychisch Kranken gefangengehalten wird, hat Gänsehaut-Garantie.

Regisseur Andreas Harwath hat die Handlung in kurze Einzelszenen unterteilt. Zwischen den Szenen ist es dunkel. Düster anmutende Klänge ertönen, mal jagt einem das verhallende Quietschen einer einzelnen Geige Schauer über den Rücken, mal raschelt, klopft und knarzt es unheilvoll. Parallel zur Handlung, die harmlos beginnt und sich bis zur Eskalation steigert, ändert sich die Musik. Sie unterstreicht das sich nach und nach steigernde Szenario perfekt und ruft ein gewisses Unbehagen gepaart mit steigender Spannung hervor.
Alexander Schmiedel versteht es eindrucksvoll, den Zuschauer an seinen Qualen und Ängsten teilhaben zu lassen, die er in der Rolle des Bestsellerautors Paul Sheldon durchleben muss. Nach einem Autounfall schwer verletzt, wird dieser von der psychopathischen Krankenschwester Annie zunächst gerettet. Doch zugleich wird er in deren abgelegenen Haus zu ihrem Gefangenen. Sie ist sein größter Fan - und zugleich eine glühende Verehrerin von Misery, der Heldin der kitschigen Romanserie Sheldons. So kann sie es auch nicht hinnehmen, dass Sheldon ihre Misery in seinem letzten Band sterben lässt.(...) Sabine Hannig spielt die Wut und den Wahnsinn, aber auch die vermeintlich hilfsbereite, liebende Seite der verrückten Annie ungemein intensiv und kraftvoll. Der Ausdruck in ihren Augen läßt den Zuschauer erschaudern und verfolgt ihn noch Stunden nach der Aufführung. Ebenfalls überzeugend agiert Salvadore Glaser als Sheriff.(...) Andreas Harwath hat die Figur als komischen Gegenpol zum zunehmenden Grauen angelegt.(...)
Tina Rodermund-Vogl


Brucker SZ vom 22.02.2011:

Ungleicher Zweikampf im Schlafzimmer

Die Katastrophe kommt auf leisen Sohlen. Beklemmend kriechen Sphärenklänge die Decke entlang, tropfen wie Blut aus dem Äther, metallisch, weit entfernt und doch hautnah zu spüren.(...) Die Szene ist der Auftakt zum Zweikampf mit ungleichen Waffen, zwischen dem drittklassigen, mit zwei gebrochenen Beinen ans Bett gefesselten Schnulzenschreiber und seiner exzessiven und, wie sich im Laufe des Abends herausstellt, psychopathischen Verehrerin.(...)
Sabine Hannig, rein optisch ein ungewohnt derbes, pummeliges Hauruckweib, pendelt gekonnt zwischen der gebremst fürsorglichen Krankenschwester, die Annie von Berufs wegen ist, und der "Drachenlady" mit düsterer Vergangenheit.(...)
Die Aufführung lebt (...) in erster Linie von der schauspielerischen Leistung der beiden Hauptdarsteller Hannig und Schmiedel. Auch NBB-Neuling Salvadore Glaser spielt seine drei kleinen Rollen - vor allem den Sheriff, der das Verschwinden Sheldons untersucht - recht cool.(...) Der dramatische Showdown ist (...) ganz im Sinne von Stephen King und wird dem Begriff Psychothriller durchaus gerecht.
Edith Schmied

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