Neue Bhne Bruck
Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer
von Michael Ende/Christian Berg/Konstantin Wecker
(Premiere: November 2010)

Ein Klassiker unter den Kinderbüchern feiert in diesem Jahr Geburtstag: Michael Endes „Jim Knopf“ wird 50! Grund genug, seine Abenteuer im Theater für kleine und große Zuschauer wieder aufleben zu lassen. Neben der berühmten „Insel mit zwei Bergen“ gibt es weitere, von Konstantin Wecker komponierte Songs zu hören.

Jim Knopf wurde als Baby in einem geheimnisvollen Postpaket auf die winzige Insel Lummerland gebracht. Dort regiert König Alfons der Viertel-vor-Zwölfte. Außerdem lebt dort Lukas, der Lokomotivführer, mit seiner Lokomotive Emma.

Weil es auf Lummerland nicht genug Platz für alle Bewohner gibt, müssen Lukas, Emma und Jim ihre Heimat verlassen und auf eine große Reise gehen: Sie schwimmen über das Meer nach China. Dort erfahren sie, dass Prinzessin Li-Si entführt wurde und von dem bösen Drachen Frau Malzahn gefangen gehalten wird.

Natürlich beschließen Jim und Lukas, Li-Si zu befreien. Auf ihrem Weg lernen sie den Scheinriesen TurTur kennen und den kleinen Halbdrachen Nepomuk. Als sie in der Drachenstadt ankommen, wird es richtig spannend: Können sie Frau Malzahn besiegen? Und finden sie vielleicht sogar einen Weg, nach Lummerland zurückzukehren?

mit Kerstin Friesner, Judith Gebele, Patrick Meier, Bartl Sailer, Florian Weber und Sabine Weiss

Regie: Charlotte Frieben

Musikalische Leitung: Andreas Harwath

Bühnenfotos: Michael von Oppen


SZ vom 24.11.2010:

China mit Ikealampen
An der Neuen Bühne Bruck begeben sich "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" auf eine wundervolle Abenteuerreise

(...) 50 Jahre alt wird er heuer, der nicht altern wollende Kinderbuchklassiker von Michael Ende. An Charme und Aktualität hat er in den Jahren aber nichts eingebüßt. Das zeigt derzeit auch die Neue Bühne Bruck, die sich des Stoffes in der Musical-Fassung von Konstantin Wecker und Christian Berg angenommen hat. Die Regisseurin Charlotte Frieben lässt die Darsteller dabei in ihrer gelungenen Inszenierung spielen und verspielt sein. Mit viel Freude und liebevollen Einfällen bringen sie das Stück auf die nahezu leere Bühne. Hier regiert Florian Weber wahlweise als König Alfons im majestätischen Bademantel, die Hände gefaltet wie Bundeskanzlerin Merkel oder als Kaiser von China mit Augenbrauen aus Watte und einem roten Satinbademantel. Modell Chinaladen um die Ecke.
Geschickt besetzt Frieben fast alle Schauspieler mit mehreren Rollen, so dass sich die Akteure austoben können, gekonnt von einer Rolle in die nächste schlüpfen. Dass es sich nur um sechs Schauspieler handelt, merkt so mancher Theaterbesucher wohl erst bei einem Blick ins Programmheft. Lediglich Patrick Meier als Jim Knopf und Bartl Sailer als sein Freund Lukas behalten den ganzen Abend über ihre Rolle, sie führen den Zuschauer durch das Stück und erspielen sich deren Sympathie.
Die Stationen ihrer Reise werden durch einfach, stimmungsvolle Bilder von Walter Cordier deutlich gemacht. In der Rolle des Scheinriesen Herr Tur Tur, der in der Wüste am Ende der Welt lebt, brilliert Judith Gebele und berührt die Zuschauer mit ihrem traurigen Lied. Und als Prinzessin Li Si bezaubert Gebele schlichtweg. Andreas Harwath, der die musikalische Leitung übernommen hat, mutet den Darstellern nicht zu viel zu. Vielmehr singen sie meist gemeinsam, treffen nicht jeden Ton, doch sind sie dabei so charmant, dass man gerne darüber hinwegsieht. Sabine Weiss fällt besonders in der Rolle des Halbdrachen Nepomuk auf. Den gibt sie verdreht und liebenswert, er möchte vor allem eins sein: "schrecklich!" Schrecklich schräg ist auch Kerstin Friesner in der Rolle der Frau Malzahn. Dick ausgestopft, mit einem roten Streifen vom Haaransatz über den Rücken bis zum wurstigen Drachenschwanz tobt sie auf der Bühne umher, um wenig später ganz leise in einen einjährigen Schlaf zu fallen (...)
Jasmin Menrad

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