Neue Bhne Bruck
Liebe kostet manche Überwindung
Eine Kurt-Tucholsky-Revue
(Premiere: September 2010)

Kurt Tucholsky ist vor allem als Großstadtsatiriker bekannt, als nüchterner Beobachter des Alltags und politischer Humorist. Dabei war er auch ein großer Lyriker und beschwingter Chansonnier, der frei von der Leber und vom Herzen weg die ganze Welt und besonders die Liebe bedichtet hat.

Ein bunter Abend mit pointierten Gedichten, anzüglichen Liebesliedern und melancholische Balladen. Über Frühlingsgefühle, auch Lenzsymptom genannt; Frauen, die geschickt die Flöte blasen; die große Lange, die man will, und die kleine Dicke, die man bekommt; Männer, die auch nicht besser sind als der eigene; und über mehr oder weniger monogame Betten.

mit Andreas Harwath, Katrin Marzin und Harald Molocher

Klavier: Cornelia Kappenschneider

Bühnenfotos: Herbert Thiess


Fürstenfeldbrucker Tagblatt vom 28.9.2010:

Komik und Erotik im Tucholsky-Café
Kurz, prägnant und voller Witz hat die Neue Bühne Bruck Kurt Tucholsky präsentiert. "Liebe kostet manche Überwindung" ist eine Revue rund um die Liebe, die in spritziger Form alle Facetten und Begleiterscheinungen dieses Gefühls aufzeigt. Niemand konnte sich bei der Premiere dem Charme der Satire entziehen.

(...) Die Bühne Bruck hat das kleine Theater zum Tucholsky-Café umfunktioniert, die Tischchen so gestellt, dass ein fließender Übergang von Bühne zu Zuschauerraum besteht. Satire "bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird", schrieb Tucholsky - und wie ginge es besser, als wenn man mittendrin sitzt.
Bestechend an der Revue ist das gelungene Arrangement der einzelnen Nummern. Exakt wurde ausgewählt, zu welchem Schauspieler welcher Text passt. Die Stücke fließen ineinander, als könnte ein charakteristisches Phänomen nie ohne das andere sein. "Und du gabst dich mir im Unterholze/ einmal hin und einmal her/ und du fragtest mich mit deutschem Stolze/ ob ich auch im Krieg gewesen wär" - Wenn die Igel in der Abendstunde" ist eigentlich für einen achtstimmigen Männerchor konzipiert, aber Cornelia Kappenschneider am Piano ersetzt sie locker alle.
Sehr gelungen von Kappenschneider und Andreas Harwath in Szene gesetzt war auch die "Ballade von der keinen Geburt" - der Knabe Waldemar bereitete viel Ärger, "da sprach ich fest: Mein trautes Glück! Wir geben dieses Jör zurück!" Katrin Marzin saß währenddessen schon auf der Couch, um ihren entfernten Partner per Telefon einen Geliebten zu beichten.
Harald Molocher überzeugte als eitler Pfau ebenso wie Andreas Harwath in der Rolle des Trunkenboldes: "Tinte, Rotwein und Odol sind drei Flüssigkeiten wohl - davon kann der Mensch schon leben."
(...) Die vier Schauspieler setzten Tucholskys feinsinnige Beobachtungen so gekonnt in Szene, dass man es gesehen haben muss. Ein wahrer Augen- und Ohrenschmaus.
Ruth Gemeinhardt


Brucker SZ vom 28.9.2010:

Amüsante Beziehungskisten
Die Neue Bühne Bruck begeistert das Publikum zum Saisonstart mit seiner Tucholsky-Revue

Erhitzte Gemüter und gereizte Stimmung: Ein Mann und eine Frau streiten, dass die Fetzen fliegen. Er wird laut, sie schreit. Es hagelt böse Worte, dabei könnte der Grund für die Auseinandersetzung banaler nicht sein. Mit jeder Beleidigung rückt Einigkeit in weite Ferne. Schließlich verlassen die beiden wütend den Schauplatz, es wird dunkel. Langsam tritt eine weitere Person aus dem Schatten hervor und fragt: "Was ist der Nagel jeder Ehe?" Nach kurzer Pause findet sie selbst den Reim darauf: "Zu langes Zusammensein und Nähe!" Der Stille ist damit ein Ende gesetzt, das Publikum jubelt lautstark.
Begeisterung ist unter den Anwesenden am vergangenen Freitag durchwegs zu spüren, als die Neue Bühne Bruck mit der Tucholsky-Revue "Liebe kostet manche Überwindung" in die Theatersaison startet.
(...) Das Publikum wird dabei den ganzen Abend über in die Handlungen miteinbezogen, beinahe jeder Zuschauer muss irgendwann einmal daran glauben. (...) Niemand aus dem Publikum, am wenigsten die Angesprochene selbst, nimmt das jedoch übel, schließlich kommt nicht einmal Angela Merkel am Premierentag glimpflich davon. Pianistin Cornelia Kappenschneider singt über die Kanzlerin: "Man möchte immer eine große Lange, und dann bekommt man eine kleine Dicke, c'est la vie!"
Ina Heitzer

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