Neue Bhne Bruck
Wer hat Angst vor Virginia Woolf?
von Edward Albee
(Premiere: September 2007)

„Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“, ein Stück des amerikanischen Autors und Pullitzerpreisträgers Edward Albee, wurde 1962 uraufgeführt und ist inzwischen längst zum modernen Klassiker geworden.

George, Geschichtsprofessor an einer kleinen Privatuniversität, und Martha, seine Frau und Tochter des Rektors der Universität, kommen spätabends von einer der regelmäßig stattfinden Partys, die Marthas Vater veranstaltet, nach Hause. Aber der Abend ist noch nicht zu Ende, denn Martha hat ohne Georges Wissen den jungen Biologieprofessor Nick und seine Frau, genannt Süße, eingeladen. Als das junge Paar eintrifft, wird es gegen seinen Willen in die bitteren, aber immer geistreichen Wortgefechte des älteren hineingezogen. George und Martha liefern sich bis zum Morgengrauen eine grandiose Eheschlacht, spielen immer grausamere Spiele, in denen die Gäste, ob sie wollen oder nicht, raffiniert als Spielbälle benutzt werden.

Auch wenn sie sich noch so sehr quälen – Martha und George scheinen auf Gedeih und Verderb zusammenzugehören:

Martha: „George [...], der mich nachts hält, dass mir warm ist, und den ich beiße, bis Blut kommt; der unsere Spiele so schnell begreift, wie ich die Regeln ändere; der mich glücklich machen kann, und ich will gar nicht glücklich sein und will doch glücklich sein. George und Martha: traurig, traurig, traurig.“

mit Sabine Hannig, Gerhard Jilka, Maike Specht, Michael Vögele

Regie: Veronika Wolff
Assistenz: Felix Ebner



Kritiken

Fürstenfeldbrucker SZ:

Das Spielfeld war umrissen, die Spielregeln standen fest, die Spieler waren gesetzt – das Spiel konnte beginnen. Martha und George betreten die Bühne, nein, wollen die Wettkampfarena betreten – und schon beginnt der erste Streit. Wer macht den ersten Schritt? Wer tritt zurück? Der Fight ist ein Ritual nach festen Spielregeln, wie er es den ganzen Abend sein wird. Vorteil Martha wechselt schnell in Vorteil George und wieder zurück, die Spielregeln werden immer streng beachtet. Unruhe [...] bringt das junge Pärchen Nick und seine Frau, genannt Süße. Aus faden Gästen werden Marionetten [...], neue Koalitionen erlauben neue Spiele. [...]
Gerhard Jilka markiert trotz seiner eloquent gespielten Sachlichkeit und seines amüsant-bissigen Parlandos den Verlierer, während Maike Specht punktet – sie mimt das unbeherrschte, aggressive, verbitterte Vatertöchterchen furios und lustvoll. Dass Nick und Süße neben diesem Powerplay nicht verblassen, ist dem großen Spiel von Michael Vögele und vor allem von Sabine Hannig zu verdanken – ein starkes Stück [...]. Der Neuen Bühne Bruck ist zu wünschen, dass sie mit dieser schlüssigen, spannenden Neuinszenierung und mit großen schauspielerischen Leistungen viele Zuschauer erreicht.

Ina Kuegler

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