Neue Bhne Bruck
Leonce & Lena
von Georg Büchner
(Premiere: September 2008)

Zwei Königreiche (Popo und Pipi), die so klein sind, dass man sie vom Fenster eines Saales aus bequem überwachen kann. Ein König, der sich einen Knoten in sein Schnupftuch macht, um sich an sein Volk zu erinnern. Untertanen, die aufgefordert sind, die Gefühle Ihrer Majestät zu teilen. Und zwei Königskinder, die zusammenkommen, obwohl sie es eigentlich nicht wollen. Happy End?

Büchners sozialkritisch-melancholisches Lustspiel gehört dank seiner stilistischen und inhaltlichen Modernität zu den meistgespielten Stücken auf deutschsprachigen Bühnen.

mit Sabine Hannig, Tina Hoffmann, Kerstin Krefft, Roman Pauli, Alexander Schmiedel, Maike Specht

Regie: Veronika Wolff
Assistenz: Felix Ebner



Fürstenfeldbrucker SZ vom 22.9.2008:

Bewusst überspitzt
[...] Die Interpretation von "Leonce und Lena", die am Freitag erstmals in der "Neuen Bühne Bruck" aufgeführt wurde, bleibt nahe am Originaltext, den Georg Büchner 1836 verfasst hat; dabei verpasst sie es aber nicht, der tausendfach gespielten Komödie noch neue Facetten abzugewinnen und den Anschluss an die Aktualität zu finden. So verewigt König Peter - glänzend dargestellt von Roman Pauli - seine sinnentleerten Gedankenspiele auf einem Flipchart, die Reiseerinnerungen werden mit der Digitalkamera festgehalten, und sogar das ein oder andere Überbleibsel aus den Feierlichkeiten der Fußball-Europameisterschaft hat es unter die Requisiten geschafft [...]
Die Begeisterung, die "Leonce und Lena" beim Premierenpublikum erntet, entspringt am Ende nicht dem einen großen Lacher oder plötzlichen Wendungen der Handlung. Es ist gerade der perfekte Einsatz von Bühnenbild und Requisiten sowie die überragende Gestik und Mimik der Akteure - beispielsweise von Tina Hoffmann, die sowohl eine Kammerdienerin als auch die Lena spielt -, gerade die bewusst überspitzte Darstellung der unterwürfigen Untertanen und machtvergessenen Herrschenden, die begeistern. Neben Pauli und Hoffmann zeigen Alexander Schmiedel als Leonce, Maike Specht in der Rolle des Valerio, Kerstin Krefft als Gouvernante und Sabine Hannig alias Rosetta eine geschlossen starke schauspielerische Leistung.
Insgesamt ist der Neuen Bühne Bruck mit "Leonce und Lena" unter der Regie von Veronika Wolff zum wiederholten Male die überzeugende Interpretation eines Theater-Klassikers gelungen.
Dominik Weiss



Fürstenfeldbrucker Tagblatt vom 24.9.2008:

Das Komische in der Tragik
[...] Gelächter aus dem Zuschauerraum gab es [...] immer wieder, da sich kaum einer dem fratzenhaften Charme von Büchners Wichtigtuern widersetzen konnte. [...] "Wenn es anders eine Möglichkeit geben könnte, in der Ihre Majestät sich kompromittieren könnte, dann wäre dies die Möglichkeit, sich zu kompromittieren." Derart hintergründiger Flachtext sorgte immer wieder für fröhliches Gelächter aus dem Publikum. [...] Veronika Wolff besetzt den Bedienstetenstaat des Königreiches Popo mit zeitgenössischen Figuren und gibt dem Stück Tagesaktualität."
David Acker

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