Neue Bhne Bruck
Die 39 Stufen
John Buchan/Alfred Hitchcock
bearbeitet von Patrick Barlow

(Premiere: Februar 2013)

Ein aberwitziges Theatervergnügen nach dem bekannten Film von Alfred Hitchcock: Vier Schauspieler in unzähligen Rollen nehmen uns mit auf eine abenteuerliche Reise. Mit feiner Ironie und unglaublicher Theateraktion wird die Geschichte des unschuldig in einen Mord verwickelten Mannes erzählt, der aufbricht, um den Spionagering der „39 Stufen“ aufzudecken und sein Land zu retten.

Das Stück lief über Monate mit riesigem Erfolg im Londoner Westend und am Broadway. Und auch in Deutschland waren Presse und Publikum durchweg begeistert:

“Slapstick satt, ironische Nostalgie und tonnenweise Ideen – so originell war Krimikomödie lange nicht mehr!“ (ZITTY)

„Humor ohne Grenzen und ohne Pardon“ (Berliner Zeitung)

“Das ist rabenschwarze Satire und selbstironische Persiflage, große Unterhaltung und eine gekonnte Lektion über die Möglichkeiten der Theaterfantasie." (Kulturradio)

mit Judith Gebele, Gerhard Jilka, Irene Lammert und Michael Stadler

Regie: Philipp Jescheck



Brucker Tagblatt vom 18.02.2013:

Alles, was das Herz des Krimi-Fans begehrt

Eine teils groteske, höchst unterhaltsame Agenten-Persiflage ist an der Neuen Bühne Bruck zu sehen: "Die 39 Stufen" nach einem Film von Alfred Hitchcock.

(...) Nach dem großartigen Mozart-Stück „Die Weberischen“ hat Regisseur Philipp Jescheck erneut ein überaus unterhaltsames, teilweise groteskes Stück inszeniert, das durch das beschwingte Spiel seiner Akteure besticht. Die Story von „Die 39 Stufen“ ist an den gleichnamigen Film Alfred Hitchcocks von 1935 angelehnt. Allerdings findet man auch viele andere Anspielungen an den Master of suspense ebenso wie an die Edgar-Wallace-Filmreihe.
Das Stück persifliert auf herrlichste Art und Weise das Agenten- und Krimigenre. Mit dabei ist alles, was man sich wünschen kann: ein unschuldiger Mörder, ein diabolischer Schurke, eine hübsche, mysteriöse Fremde, etwas verblödete Scotland Yard Polizisten (…)
Die Requisiten sind wie gewohnt karg. Lediglich zehn Koffer haben die vier Schauspieler zur Verfügung. Diese dienen als Couch, Auto, Zug, Schwingtür, Tisch, Stuhl und so weiter. Im Gegensatz zu Jilka wechseln Judith Gebele, Irene Lammert und Michael Stadler ständig ihre Rollen. Teilweise sogar im weniger als Fünf-Sekunden-Takt. Das ist zwar für die Schauspieler hochgradig anstrengend, für das Publikum aber auch hochgradig lustig.(...) Ach, was soll das? Einfach das Stück anschauen, dann ist alles klar.
Max Riegel

Brucker SZ vom 21.02.2013

Hitchcock im Theater

Der Neuen Bühne Bruck gelingt derzeit ein Coup nach dem anderen. Das liegt vor allem an dem großartigen Regisseur Philipp Jescheck. Seine „39 Stufen“ sind ein pures Vergnügen.

Sich über etwas lustig zu machen, ist eine Sache. Etwas gekonnt zu persiflieren, eine ganz andere. Immer wieder erscheinen Parodien bekannter Filme, die außer Boshaftigkeit und massig infantilem Humor nichts zu bieten haben. Auch das Theaterstück "Die 39 Stufen" des englischen Bühnenautors Patrick Barlow nimmt den gleichnamigen Hitchcock-Film aus dem Jahr 1935 gehörig auf die Schippe. Dass das allerdings gar nicht kindisch ist und qualitativ in einer ganz anderen Liga spielt, zeigt die aktuelle Inszenierung des 2005 in Leeds uraufgeführten Stückes an der Neuen Bühne Bruck(…)
Gebele und Stadler sind wahre Chamäleons, die ihre charakteristische Komik auf jede beliebige Rolle überspringen lassen. Weil es wohl kaum möglich gewesen ist, ein ungleicheres Paar für die zahlreichen Nebenrollen zu finden - Judith Gebele ist nur etwa halb so groß wie Michael Stadler, was dem Ganzen ene wunderbar absurde Komik verleiht -, brillieren die beiden als eine Art urkomische Krimi-Version von Asterix und Obelix. Göttlich ist Michael Stadlers Personenbeschribung von Richard Hannay als singender Nachrichtensprecher, oder seine überkitschte Darstellung der verschrobenen Pensionsbesitzerin Mrs. Mc Carrigle, die Hannay und seine elegante "Partnerin-in-Crime" Pamela (Irene Lammert) mit Apfelsaft, Sandwiches und Scharade-Einlagen versorgt. Weil das aktuelle Stück auch mit wenigen Requisiten auskommen muss, werden Gebele und Stadler zwischendurch auch zu den üblichen Gefahren, die auf der Flucht vor Spionen eben so auf einen lauern, und mimen dabei Fallen wie die Klingen des Todes, Klatschspiele oder Kuhgatter.
Pantomimisch wird ohnehin einiges geboten, Regisseur Philipp Jescheck versteht es meisterhaft, den satirisch-übersteigerten Stil des Stücks in den reduzierten Rahmen der Neuen Bühne zu übertragen. In der Tat schafft es Jescheck mit dem kreativen Einsatz von Lautmalerei - das Gepfeife von Judith Gebele gibt einen gar nicht so schlechten Vogelgesang ab -, einer Nebelmaschine, ebenso viel Musik wie Slapstick und theatralisch überzogenen Dialogen aus einer Persiflage auf die Krimi-Kultur der dreißiger Jahre ein eigenständiges Comedy-Vergnügen vom Feinsten zu machen. Dieses Stück nimmt gar nichts ernst - und ist wahrhaft gut darin.(…) Hitchcocks filmische Brillanz in allen Ehren, aber so wie Philipp Jescheck das für die Neue Bühne inszeniert hat, macht sich dieser Film besser im Theater.
Valentina Finger

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