Neue Bhne Bruck
Kleine Eheverbrechen
von Eric-Emmanuel Schmitt
(Premiere: März 2012)

„Sieht man eine Frau und einen Mann vor dem Standesbeamten, sollte man sich fragen, wer von beiden der Mörder sein wird.“

Gilles hat durch einen mysteriösen Unfall sein Gedächtnis verloren. Seine Ehefrau Lisa kehrt mit ihm in die gemeinsame Wohnung zurück. Mühsam versucht Gilles seine Vergangenheit, sein Leben zu rekonstruieren. Beunruhigt und amüsiert zugleich lauscht er dem wundervollen Portrait, das Lisa von ihm, ihrem Zusammenleben und ihrer gemeinsamen Liebe zeichnet.
Aber sagt sie die Wahrheit? Oder spielt Gilles falsch und weiß mehr, als er zugibt? War der Unfall wirklich ein Unfall? In schlagfertigen Wortgefechten nähert sich das Paar der Wahrheit.

„Kleine Eheverbrechen“ ist ein faszinierender Beziehungskrimi voller Charme, Witz und Schmerz, in dem die Situationen immer wieder umkippen und in neue Konstellationen münden, die das Vorangegangene auf den Kopf stellen.

mit Harald Molocher und Christina Schmiedel

Regie: Veronika Wolff



Brucker SZ vom 28.03.2012:

Weder mit noch ohne

Veronika Wolffs "Kleine Eheverbrechen" an der Neuen Bühne Bruck sind ein absurd-komisches Zweisamkeitsdesaster

(...) Dass so manches Paar seinen ganz eigenen Weg zum ehelichen Miteinander finden kann, zeigt die Neue Bühne Bruck aktuell mit dem Theaterstück "Kleine Eheverbrechen" des französischen Dramatikers Eric-Emmanuel Schmitt. Maßlos überhöht und wohl doch nur haarscharf an der Realität einiger bedauernswerter Eheleute vorbei, bringt Regisseurin Veronika Wolff ein absurd-komisches Zweisamkeitsdesaster auf die Bühne, in dem sich Liebe und Wahnsinn nahezu deckungsgleich überlappen.(...)
Veronika Wolffs Inszenierung ist ein ebenso bitteres wie amüsantes Zeugnis einer Verbindung, in der zwei Menschen weder mit noch ohne einander leben können. Harald Molocher und Christina Schmiedel bestechen dabei durch eine beeindruckende emotionale Authentizität, die wohl selbst in so mancher Therapiesitzung ihresgleichen sucht. So werden amouröse Gefühle auf der Bühne als temporäre Idiotie enttarnt, die jeden Rationalisten zum Fanatiker macht. Denn das wird die Liebe dann wohl sein, wie sie schon Platon definierte: Eine wahrhaft schwere Geisteskrankheit.
Valentina Finger


Fürstenfeldbrucker Tagblatt vom 20.03.2012:

Die Ehe auf der Psycho-Couch

Neue Bühne Bruck inszeniert "Kleine Eheverbrechen" - Hintergründig, spannend und modern

Nur ein einziges Paar bestreitet den Abend: schwungvoll, facettenreich und gut aufeinander abgestimmt.Christina Schmiedel und Harald Molocher in den Rollen von Lisa und Gilles Sobiri, dem Ehepaar in Eric-Emmanuel Schmitts Stück "Kleine Eheverbrechen".
Das Stück besteht nur aus einer Szene. Dem Moment, in dem Lisa ihren Mann Gilles nach einer Kopfverletzung, bei der er eine Amnesie erlitten hat, aus dem Krankenhaus abholt. Das Gespräch, das sich in ihrem karg-modernen Wohnzimmer entwickelt, bietet bis zum Schluss einige unvorhergesehene Wendungen, humorvolle Unterhaltung und eine geradezu kriminalistische Analyse der Ehe des Paares. Dabei wird die Langzeitehe im Allgemeinen einer detaillierten Untersuchung unterzogen.
Der zeitgenössische Autor Eric-Emmanuel Schmitt - bekannt duch "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" - bickt abgeklärt auf die Ehe: "Lieben heißt, alles durchzuhalten" (...)
Miriam Ossa

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